Carolin Emcke
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Streitraum

Spielzeit 2009/2010


Alles steht zur Zeit auf dem Prüfstand: unsere Vorstellung von Kapitalismus, von Bildung, von Arbeit, von Globalisierung, von Verständigung – nur die Öffentlichkeit selbst, das Instrument, mit dem wir als Gesellschaft unsere Selbstverständigungsdiskurse austragen sollten, der Raum, in dem wir unsere Konflikte über Werte und Utopien verhandeln, steht kaum in der Kritik. Wir scheinen orientierungslos in dieser Krise und stellen doch die für eine Demokratie überlebenswichtigen Instrumente der Orientierung selbst nicht in Frage.
Warum?
Wenn es stimmt, dass die Globalisierung und das Internet eine Verdichtung von Raum und Zeit und eine Beschleunigung von Kommunikation bedeuten, dann ist die Frage des Strukturwandels der Öffentlichkeit eine von elementarer politischer Relevanz. Inwieweit verändert sich durch die Fragmentierung und Individualisierung der Öffentlichkeit durch das Internet auch unsere Gesellschaft? Inwiefern vergrößert zwar das Internet die partizipativen Möglichkeiten der Kommunikation, aber verringert die Gemeinsamkeiten, über die kommuniziert werden kann? Wen repräsentieren unsere Medien noch? Wen kontrollieren sie, und wer kontrolliert sie, die eigentlich der Ort sozialer Kritik in einer demokratischen Gesellschaft darstellen sollen?
Gleichzeitig stellt sich die Frage, was es braucht, damit Personen einander vertrauen? Wie viel Unhinterfragtes braucht eine Gesellschaft? Wie irrational oder wie rational ist Vertrauen in das soziale Funktionieren unserer Institutionen? Der Streitraum wird sich über eine Spielzeit hinweg mit der Frage auseinandersetzen, was für eine Öffentlichkeit wir brauchen, in die wir wieder Vertrauen setzen können, damit die Wirklichkeit und die Diskurse über die Wirklichkeit kritisch und politisch wirksam reflektiert werden können.

Der Streitraum ist eine Veranstaltung der Schaubühne am Lehniner Platz und der Bundeszetrale für politische Bildung. www.bpb.de Medienpartner: die tageszeitung www.taz.de

11. 10. 2009
»Öffentlichkeit und Vertrauen – wie viel Zweifel an unseren Medien brauchen wir?«
Micha Brumlik, Kuno Haberbusch, Thomas Krüger und Stefan Niggemeier im Gespräch mit Carolin Emcke

29.11.2009
»Afghanistan – Der Krieg, der keiner sein darf und den wir führen«
Mariam Notten, Annette Ramelsberger, Klaus Reinhardt und Constanze Stelzenmüller im Gespräch mit Carolin Emcke

13.12.2009
»Architektur und Vertrauen – Der Streit um das Humboldt-Forum«
Nikolaus Hirsch, Hermann Parzinger und Christian von Borries im Gespräch mit Ijoma Mangold

17.1.2010
»Öffentlichkeit und die Krise des Neoliberalismus«
Nancy Fraser im Gespräch mit Carolin Emcke

21.2.2010
»Was ist echt? – Öffentlichkeit und die Lüge vom authentischen Muslim«
Nurkan Erpulat, İpek İpekçioğlu und Hilal Sezgin im Gespräch mit Carolin Emcke

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21.3. 2010
»Common Wealth« oder »Was wir in einer gerechteren Gesellschaft gemeinsam besitzen können«
Michael Hardt im Gespräch mit Carolin Emcke

Video-Mitschnitt

18. 4. 2010
»Was ist echt? Oder die Inszenierung des Authentischen« (Teil 2)
Prof. Dr. Wolfgang Engler, Prof. Dr. Gertrud Koch, Thomas Ostermeier und Heinz Bude im Gespräch mit Carolin Emcke

Video-Mitschnitt


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