Was ich nicht verstanden habe, ist, wieso uns nicht schon im September aufgefallen ist, wie kurios diese Bilder aussehen. Kurios und rührend: dieses Video von Angela Merkels Besuch am Opel Stand auf der IAA am 17. September 2009.
Rührend, weil sich die Opelaner für das Vertrauen bedanken, das Angela Merkel in sie gesetzt habe. Während man sich aus heutiger Perspektive ja fragt, ob das umgekehrte Vertrauen der Opelaner in Angela Merkel auch berechtigt war? Oder Angela Merkels Vertrauen in GM? Oder ob Vertrauen eigentlich eine völlig falsche Kategorie ist, wenn Kredite, die Ausdruck von Vertrauen in den Wert eines Objekts oder einer Idee oder eines Geschäftsmodells sein sollten, inzwischen zunehmend unabhängig von berechenbaren Werten oder langfristigen Geschäftsplänen vergeben oder entzogen werden.
Und wie Angela Merkel sich da so in den Opel setzt und danach sagt: "Sieht schick aus. Sitzt sich auch gut"...Nun gut, was soll sie auch sagen? "Sieht schick aus, aber es gibt nun mal zu viele Autohersteller und Fabriken weltweit"? "Siehst schick aus, aber angesichts der Klimaveränderung wäre es sinnvoller, es gäbe mehr Elektro-Autos und die Gelder für die Kredite stellen wir dem Ausbau des Bahnnetzes zur Verfügung"? "Sieht schick aus, aber ich habe gar keinen Führerschein"?
Andererseits, aus heutiger Sicht, fragt man sich, ob sie das in den Verhandlungen mit GM gesagt hat? "Sieht schick aus der Vertrag," und mit Hinblick auf die Wahlen: "sitzt sich auch gut...hier im Kanzleramt."
Bemerkenswert ist der Moment, in dem Angela Merkel die Angst vor russischen Partnern dadurch nehmen will, dass sie darauf hinweist, sie sei in der DDR groß geworden. Als ob das besonders viel Vertrauen in Russland vermittelt hätte.
Visionär wirkt lediglich der letzte Satz von Merkel: Das Problem (der Furcht vor den russischen Investoren) werde "sich auflösen". In der Tat: das hat sich aufgelöst.
Merkel und Opelkommentieren