Carolin Emcke
Foto: Carolin Emcke
english
> Publikationen > Rezensionen

Pressestimmen "Von den Kriegen"

»Man muss sich wünschen, dass solche Texte nicht allein Briefen anvertraut würden, sondern dass sie ihren Platz hätten in den Zeitungen und Magazinen, denn sie sind ein doppeltes Glück: Nicht allein für die Menschen, die hier zu Wort kommen, die vergessen wären von der Welt, sondern für uns: Stimmen zu hören von Menschen, deren größte Sorge nicht die Zukunft der bundesdeutschen Rentenversicherung ist. [...] Aus ... Briefen entstand nun ein Buch, und es gehört, weil es den Blick auf die weite, wüste Welt öffnet und dabei zugleich die kulturellen, persönlcihen Bedingtheiten dieses Blicks erzählt, zu den wichtigsten Büchern des Jahres.«
Nils Minkmar, Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, 17.9.2004

»Emckes Buch ist (...) weit mehr als eine erfolgreiche Gratwanderung zwischen dem Einblick ins eigene Seelenleben und der Aufarbeitung des unmittelbar Erlebten. Es ist zugleich eine faszinierende Momentaufnahme von Menschen in Extremsituationen, die allen widrigen Umständen zum Trotz auch in Zeiten der Not ihre menschliche Würde zu bewahren suchen.«
Ralf E. Krüger, Deutsche Presse Agentur, 28.9.2004

»Wer Zeuge seiner Zeit und seiner Rolle darin sein will, wird auf dieses Buch nicht verzichten können. Carolin Emcke, die offenbar ohne Skrupel sich gerne selbst unablässig in Lebensgefahr bringt, hat mit ihren Briefen Leben gerettet, indem sie sie im Buch verwahrt: Leben, die einen auf fast jeder dieser 320 Seiten ergreifen und nicht mehr loslassen«
Frank Schirrmacher, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 6. 10. 2004

»Ihre Briefe 'Von den Kriegen', eines der aufregendsten, beunruhigendsten und erhellendsten Bücher dieses Herbstes, sind eine geistige Rückenschule für all jene, die der Vergeblichkeit zu trotzen bereit sind.«
Felicitas von Lovenberg, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 11. 10. 2004

»Derart ungeschützt und riskant, derart skeptisch gegen sich selbst und um möglichst rückhaltlose Aufrichtigkeit bemüht, spricht gewöhnlich niemand über sein Metier. Emcke hingegen lässt uns ihre Abwehrreaktionen und Verleugnungsstrategien nachvollziehen, bringt die Zweifel und Bedenken zur Sprache, die eine Arbeit begleiten, in der man den eigenen Urteilen und Vorurteilen auf die Schliche kommen muss, bevor sie das vermeintlich unbestechliche Zeugnis der Sinne einfärben. Ihre befremdenden und berührenden, manchmal impressionistischen, nie larmoyanten und im Kern höchst engagierten Briefe finden sich im Grunde von einer einzigen Frage beunruhigt. Emcke will sich und ihren Adressaten Klarheit darüber verschaffen, was gesehen und empfunden, gedacht und geschrieben werden muss, soll ein getreues Zeugnis jener Gewalt entstehen, die ihrer Natur nach nicht spricht. Deshalb hat sie ein ebenso welthaltiges wie durchdachtes Buch herausgebracht, eine Pflichtlektüre nicht nur für alle Zeitungsleser.«
Martin Bauer, taz, 13.11.2004

»So viel unverstelltem Pathos begegnet man selten. [...] Es geht ihr [Emcke] um nichts Geringeres als die Würde des Menschen in einem menschenunwürdigen Alltag.«
Natascha Freundel, Berliner Zeitung, 17. 1. 2005

» [...] immer ist sie beides: unvoreingenommen und unbeugsam zugleich. [...] das Engagement Emckes, es ist bestimmt von einem vorbehaltlosen Ethos der Zeugenschaft. Sie berichtet. Und sie tut es nicht kühl, nicht zynisch, sondern mit der Bereitschaft, sich berühren, sich erschrecken, sich erschüttern zu lassen. Die Zeugin als Medium.«
Andrea Roedig, Freitag, 11.2. 2005

»Emcke gelingt es auf eindrucksvolle Weise, die Ambivalenz ihres Leben als Zeugin von Ausnahmezuständen in Worte zu fassen.«
Tom Holert, Literaturen, Mai 2005


Share this