"Carolin Emckes Buch (...) trägt den Untertitel "Nachdenken über die RAF". Es lässt sich auch lesen als ein Buch über das Nachdenken. Wie denkt man nach? So rücksichtslos und umsichtig zugleich, wie in diesem Buch über die RAF nachgedacht wird. Denn so geht Nachdenken: eine Möglichkeit durchspielen, bis sie ganz nah davor ist, falsch zu werden; einen Faden spinnen, ungeachtet jener anderen Fäden, mit denen er sich verheddern könnte; schützende Bastionen verlassen, innerhalb derer Argumente funktionieren, drückt man nur eben mal das richtige Knöpfchen.
Emcke drückt keine Knöpfchen, statt dessen gibt sie einen wesentlichen Strang ihrer Lebensgeschichte preis und gewinnt so die Freiheit (und eine eigentümliche moralische Autorität), dasselbe auch von anderen zu erwarten. Mit dem erklärten Ziel, das in ewiges Eis erstarrte Schweigen über Täterschaften und Drahtzieher des RAF-Terrorismus doch noch aufzubrechen."
Christian Geyer, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 9. Mai 2008
"Diese Idee hat etwas Öffnendes, Leuchtendes. Sie reißt, in der erkalteten Konfrontation zwischen RAF-Tätern und Staat, eine Möglichkeit auf. Es ist ein Vorschlag, der. gegen alle Wahrscheinlichkeiten und Gewohnheiten, die Idee setzt, dass, nein, nicht Versöhnung, aber die Anerkennung der Subjektivität des Feindes denkbar ist...So ernst, so dringlich ist über die RAF lange nicht mehr gedacht worden"
Stefan Reinecke, die tageszeitung, 19. Mai 2008
"Der so anrührende wie wahrhaftige Versuch einer Nachgeborenen, zu verstehen."
Emma, Ausgabe Mai/Juni 2008